Sustainable Services Initiative

SSI Annual Meeting, Kampala, Dezember 2017
Warum

Trotz jahrzehntelanger Bemühungen sind Wasser- und Sanitärversorgung in vielen Entwicklungsländern nach wie vor unzureichend. Durchschnittlich sind 30 % aller Handpumpen in Afrika kaputt, weitere 40 % sind in ihrer Funktionalität eingeschränkt. Unzureichende Finanzierung, schlechte Wartung und fehlendes lokales Management führen dazu, dass anfängliche Verbesserungen der ländlichen Wasser- und Sanitärversorgung oft schon nach 3 Jahren wieder auf das ursprüngliche Niveau zurückfallen.

Gemeinsam mit weiteren Projektpartnern unterstützen wir die Welthungerhilfe in der Sustainable Services Initiative (SSI) dabei, einen Systemansatz im WASH-Sektor zu etablieren, um die Nachhaltigkeit der Bereitstellung von Dienstleistungen („service delivery“) zu verbessern. Es geht nicht mehr nur um die Implementierung von WASH-Infrastruktur (z.B. Pumpen- / Toilettenbau), sondern geht weit darüber hinaus, hin zur Stärkung des institutionellen und politischen Systems, in welches diese eingebettet ist.

Als „WASH-System“ begreifen wir die folgenden acht Funktionsbereiche, die sich an die bestehende Konzeption eines Systems der Agenda for Change, einer weiteren Initiative zur Systemstärkung in WASH, anlehnen:

Ausgangspunkt für die Analyse und Stärkung von WASH-Systemen sind 8 Funktionsbereiche

(Quelle: Agenda4Change, Building Blocks)

Wesentliche Voraussetzung für eine distriktweite Versorgungsplanung, ist die umfassende Stärken- und Schwächenanalyse dieser Funktionsbereiche, die enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und allen weiteren am System Beteiligten (Forschung, Regulierung, öffentlicher und Privatsektor, Zivilgesellschaft). Darüber hinaus ist die Klärung der jeweiligen Rollen und Zuständigkeiten in einem intensiven Planungsprozess essentiell.

Mit ihrem Fokus auf Ernährungssicherheit ist die Welthungerhilfe eine der ersten Nicht-WASH-Organisationen, die die Nachhaltigkeit ihrer Wasser- und Sanitärvorhaben durch ganzheitliche Projektplanung und Projektumsetzung verbessert. Eine weitere Besonderheit ist der Fokus der SSI auf Sanitärversorgung und Hygiene, denn häufig liegt in diesem Ansatz der Schwerpunkt auf der Wasser-Komponente. Ziel ist es, „Systems Strengthening“ in Pilotländern und ab 2019 auch in anderen WASH-Schwerpunktländern umzusetzen.

Die Rolle der German Toilet Organization in der SSI ist einerseits, die Sanitärversorgung- und Hygienekomponenten im Systemansatz für WASH zu stärken und andererseits die Initiative mit Advocacy-Arbeit zu unterstützen.

Fakten
  • 4
    Konsortialpartner
  • 3
    Pilotländer
  • 300.000
    begünstigte Menschen