Die Sieger kommen aus Berlin, Saarbrücken und Remscheid

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Pressemitteilung

Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung sind die Sieger und Sonderpreisträger des bundesweiten „Toiletten machen Schule“-Wettbewerbs in Berlin geehrt worden. Die drei Siegerschulen aus Berlin, Remscheid und Saarbrücken erhielten jeweils 10.000 € sowie weitere Sachpreise im Wert von über 6.000 €. Das Preisgeld soll die Schulen befähigen, ihr Wettbewerbskonzept zur Verbesserung ihrer Schultoiletten-Situation vollständig umzusetzen.

80 Schulen mit 37.000 Schülerinnen und Schülern aus 14 Bundesländern haben Initiativen zur Verbesserung ihrer Schultoiletten und -waschräume ins Leben gerufen und Wettbewerbsbeiträge eingereicht. „Uns hat nicht nur die hohe Teilnehmerzahl überrascht, sondern auch die außerordentliche Qualität der Wettbewerbsbeiträge hat uns nachhaltig beeindruckt“, erklärt GTO-Geschäftsführer Thilo Panzerbieter. Die Auswahl der Sieger sei der Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Bundesschülerkonferenz, dem Bundeselternrat sowie den Förderern Knorr-Bremse Global Care e. V., CWS, Villeroy & Boch und der Marke Domestos von Unilever aufgrund der vielen qualitativ hochwertigen Konzepte besonders schwergefallen.

Im Rahmen einer eindrucksvollen Gala-Veranstaltung wurden die Teltow Grundschule aus Berlin Schöneberg, die Heinrich-Neumann-Schule aus Remscheid und die Grundschule Sankt Arnual aus Saarbrücken für ihre exzellenten Konzepte ausgezeichnet. Alle drei Schulen sind aufgrund eines vorbildliches Engagements, einer tiefgründige Analyse ihrer Probleme und einer beispielhaften Erarbeitung von nachhaltigen Lösungen zur Steigerung der Wertschätzung, der Institutionalisierung des Themas in der Schule sowie der Verbesserung und Verschönerung ihrer Ausstattung aus dem Kreis der Wettbewerber hervorgetreten.

Eingereicht wurden bis zu 70 Seiten starke Konzepte, bedruckte Klopapierrollen, selbstgebaute Modelle, 15 Filme und sogar ein E-Book. Die Konzeptideen übertreffen sich gegenseitig: Schüler*innen gründeten Toiletten-Komitees, erstellten durchdachte Dienstpläne für die Toilettenbetreuung, erdachten eine App zur täglichen Beurteilung der Sauberkeit und gründeten die Schülerfirma „KLOGOLD-Ehrenmänner und -frauen“. In Klo-Kongressen wurde über Licht- und Duftkonzepte oder das digitale KLO 4.0 besprochen.

Acht weitere Sonderpreisträger aus dem gesamten Bundesgebiet wurden für besondere Leistungen und Ideen geehrt. Hierzu zählen das Kranich Gymnasium aus Salzgitter, die Meinolfschule aus Hagen, die Grundschule Schelmengraben aus Wiesbaden, die Franz-Stollwerk-Grundschule aus Krefeld, das Ratsgymnasium Münster, Gustav-Schönleber-Schule (Förderschule) aus Bietigheim-Bissingen, die Joan-Miró-Grundschule und die Paul-Klee-Grundschule aus Berlin. Sie alle können sich auf eine Trophäe in Form einer bedruckten Fliese gestiftet durch Villeroy & Boch Fliesen sowie und eine kleine Aufmerksamkeit für ihre Toiletten- und Waschräume freuen.

„Toiletten machen Schule“ wurde ins Leben gerufen, weil fließend Wasser, Seife und eine würdevolle Toilette keine Selbstverständlichkeit an Schulen in Deutschland sind. Einer Befragung der GTO unter 800 Berliner Schülerinnen und Schülern ergab, dass zwei Drittel die sanitären Einrichtungen an der eigenen Schule meiden. Das Problem ist dabei nicht auf das Land Berlin beschränkt. Eine bundesweite repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey ergab kürzlich, dass sich 40 % der Eltern um die Sauberkeit in deutschen Schultoiletten sorgen. Die Ursachen liegen dabei auf mehreren Ebenen. Nicht nur fehlende Investitionen sind ein Problem, auch die mangelhafte Wertschätzung des Ortes auf Seiten aller Beteiligten trägt hierzu bei. Während einige Schüler*innen durch Vandalismus und Schmierereien auffallen, resignieren viele verantwortliche Schulleitungen und Hausmeister: Die Toiletten werden vielerorts abgesperrt, Seife und Klopapier entzogen. Die entwickelten Konzepte der Schulen wirken mehreren dieser Ursachen entgegen und zeigen, dass es auch anders geht.

Die Probleme der Schulen findet man nicht nur in Deutschland vor, sondern in den meisten Ländern weltweit, erklärt Thilo Panzerbieter. Deswegen haben wir mit der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) Wettbewerb erstmalig auch in Uganda und Pakistan durchgeführt. Wir freuen uns verkünden zu können, dass das Rezept auch dort funktioniert und die Schulen damit beginnen, das Problem selbst in die Hand zu nehmen. Die German Toilet Organization wurde 2005 nach der Tsunami-Katastrophe im indischen Ozean gegründet um weltweit Sanitärprobleme zu lösen.

Übersicht: Preisträger
(mit Kurz-Statements zu den Wettbewerbsbeiträgen)

Portraits der Wettbewerbspartner

Ergebnisse der GTO Schüler-Befragung zu Schultoiletten

Pressefotos: Preisträger
(Veröffentlichung mit Nennung der Quelle: germantoilet.org)

Pressefotos: Toiletten machen Schule
(Veröffentlichung mit Nennung der Quelle: germantoilet.org)